was wäre, wenn Unternehmen und Einrichtungen vergesellschaftlicht würden?

von: Togunawa
am 27.May.2010 19:27:0

20% der Menschen könnten heute schon so produktiv arbeiten,
um alle derzeit benötigten Güter herstellen.
Deshalb spricht man in fast allen Industriestaaten, wenn auch hinter vorgehaltener Hand,
von einer gewissen Sockelarbeitslosigkeit.
Doch wer profitiert in erster Linie von den Produktionen?
Diejenigen, denen die Produktionsstätten gehören.

Diejenigen, die dort arbeiten und auch zu dem Gewinn des Unternehmens beitragen,
werden mit einem Lohn abgegolten, der nicht einmal 100% dessen entspricht,
was die Mitarbeiter/innen tatsächlich erwirtschaften.
In der Regel behält das Unternehmen 10 bis 20% der Leistung jedes Arbeitnehmers ein.
Wird der/die Mitarbeiter/in nicht mehr benötigt, erfolgt eine Kündigung.
Im günstigsten Fall noch eine Abfindung.
Damit endet auch der Einkommensstrom für die/den Betreffende/n.

Würde man jetzt Unternehmen vergesellschaftlichen, würde jede/r Bürger/in zu Mitbesitzern.
Okay, sagen viele, sollen sie sich doch an Aktiengesellschaften beteiligen.
Stimmt, sobald ich eine Aktie erwerbe, bin ich Miteigentümer der entsprechenden Aktiengesellschaft.
Ich habe eine Stimme auf der Aktionärsversammlung und bin an den Gewinnen beteiligt,
über Dividenten und steigende Kurse.
Doch wieviel zählt meine Stimme?
Entsprechend meiner Anzahl an Aktien!
Da die meisten Normalbürger selten über 1000 Aktien einer großen AG hinauskommen,
reduziert sich ihr tatsächlicher Einfluß auf nahezu Null.
Jede/r der/die schon mal eine Aktionärsversammlung besucht,hat weiß das.

Ich stelle mir eine Vergesellschaftlichung anders vor.
Ein beliebiges Unternehmen wird in eine Bürgergesellschaft umgewandelt.
An Hand der  wirtschaftlichen Zahlen und Bilanzen,
läßt sich der Wert des Unternehmens gut bestimmen.
Jetzt teilt man den Wert des Unternehmens in Anteile zu 25 bis 50 Euro auf.
Jeder Bürger kann dann Anteile erwerben, zu einem erschwinglichen Preis.
Die Preise bleiben stabil, da die Anteile nicht frei gehandelt werden.
Damit entzieht man auch Spekulanten den Hährboden.
Jede/r Bürger/in der/die mindestens einen Anteil hat hat genau eine Stimme.
Auch wer 1000 Anteile hat, ist nur mit einer Stimme stimmberechtigt.
Stimmrechte können nicht übertragen werden.

Wozu überhaupt vergesellschaftlichen?
Ganz einfach: Je mehr Menschen an den Produktionsstätten ( Dazu gehören auch Banken und Versicherungen)
beteiligt sind, umso höher ist der Lebensstandard dieser Bevölkerung. Zudem werden Einkommen über die Gewinne erzielt, die unabhängig von der geleisteten Arbeit sind.
Man kann jetzt die Arbeit auf alle Menschen verteilen und jeder hat genügend Freiräume,
für Selbstverwirklichung, Hobbys, Familie.
Arbeit ist nicht mehr Last sondern Lust, da sie nicht mehr als Zwang empfunden wird.
Außerdem werden die Entscheidungen in den Mitgliederversammlungen getroffen.
Da jeder Anteilseigner auch nur eine Stimme hat,
ist hier eine wahrhaft demokratische Entscheidungskultur geschaffen.

Durch die Umwandlung möglichst vieler Unternehmen und Einrichtungen,
kann sich die Bevölkerung breit gefächert am Produktivkapital beteiligen.
Die Lohnkosten sind nicht mehr so entscheidend,
da die Bevölkerung über die Gesellschaftsanteile eh am Gewinn beteiligt ist.

Dieses Model sehe ich als Gegenentwurf zu Verstaatlichungsabsichten,
wie sie z.B. von der Partei Die Linke zunehmend geäußert werden.
Denn eine Verstaatlichung hieße nach deren Credo eine Enteignung.
Dies würden sich die jetzigen Besitzer nicht gefallen lassen.
Unter Umständen würde eine derartige Politik den sozialen Frieden weit mehr gefährden,
als es die derzeitige Politik des Maximalprofits zu Lasten der breiten Bevölkerungsschichten tut.

Ich hoffe hier eine breite Diskussion anregen zu können.






Kommentare

von: Anonym
am 29.May.2010 18:37:42

gute idee

Die Idee ist theoretische sehr gut, nachhaltig und gerecht. Soetwas scheitert aber leider oft an der Praxis. zb wechseln heutezutage die Mitarbeiter oft die Firmen...

apropos: demokratische Entscheidungskultur. Das ist wahr und erstrebenswert. Die wenigsten Firmen heutezutage haben nur ansatzweise demokratische Strukturen. Aber vielleicht ist es auch notwendig, damit schnell und effizient Entscheidungen in der Firma getroffen werden können. demokratische Entscheidungskultur, so erstrebenswert sie auch sind, mahlen sehr langsam. multinationale Firmen müssen sehr schnell Entscheidungen treffen usw... Das könnte vielleicht ein Problem sein.

von: Anonym
am 02.Jun.2010 14:16:38

Das Prinzip einer Verstaatlichung, wie sie auch in einem roten Buch stehen könnte.
Allerdings wird nirgendwo beachtet, dass verstaatlichte Unternehmen niemals so gut wie private Firmen wirtschaften.
Hier wird die These angenommen, dass jeder Gewinn in die Tasche der Aktionäre und des Vorstandes landet. Das stimmt aber nicht, da dieser Gewinn auch in Zukunft und Sicherheit reinvestiert wird.
Zudem besteht bei staatlichen Unternehmen kein Gewinnanreiz (nur in der Theorie).
Und zuletzt sind staatliche Unternehmen mit der Bürokratie und mit weiteren Umkosten verbunden, die durch Leichtsinn entsteht, da die Risiken quasi durch den Staat abgedeckt sind.

Insgesamt war Ihr Beitrag sehr linkem Ursprung und hat die Gegenseiten nie behandelt

von: Anonym
am 02.Jun.2010 14:19:7

hupsala, falsch gelesen. War gerade in meinem anti DieLinke rausch... sry für unterstellung das du verstaatlichung gutheissen willst

von: Anonym
am 12.Jul.2010 10:14:5

Vergesellschaften - nein danke!

...Das hatten wir schon. In der DDR gab es nur "Volkseigentum", was daraus wurde sollte
bekannt sein.  In Kuba und Nordkorea gibt es genau dieses System. Herr Togunava, wie wäre es mit der Auswanderung dorthin? röser

von: Anonym
am 18.Mar.2011 15:17:25

Der Unsinn vo n Togunawa

.Genau an dieser Theorie ist die DDR untergangen.
Für ein erfolgreiche Unternehmen und damit für sichere Arbeitsplätze sind vor allem nötig:
Ein ideenreicher und risikobereiter Unternehmer
Kapital das der Unternehmer hat oder beschaffen kann ( Inn Deutschland haben die
Unternehmen zu wenig Eigenkapital (15-30 %) der Rest kommt von den Banken
(Darum die Rettung der Banken-man hat damit die Arbeitsplätz gesichert).
Ohne  Gewinn gan der Zins an die Banken nicht bezahlt werden, sie kündigen den Kredit)
Auch das Eigenkaüital des Unternehmers muss verzinst werd, er wäre doch ein Idiot,
würde er sein Geld - risikobelastet vergeben.
Dann die Arbeitnehmer. Sie zu beschaffen ist nur eine Frage des vorhandenen Kapitals.
Die arbeiten auch nicht umsonst.
Den Hauptnutzen haben alle. Die Unternehmen zahlen Einkommen- und Gewerbesteuer.
Schließlich will der Unternehmer auch ein Lohn für seine Arbet.
Der grösste Teil des Ertrages bleibt im Unternehmen (ersetzen der Maschinen, entwickeln neuer Produkte.

Die Idee von Togunawa (Marx) hat weltweit noch nie zum Erfolg geführt. Das müsste doch zu denken geben.
Castro auf die Frage, sollte man sein System weltweit einführen? Das funktioniert nicht einmal bei uns.  Späte Einsicht und viel Leid für das Volk.
röser 


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