was wäre, wenn Computer-Heinis die Welt regieren würden

von: sven
am 15.Jun.2007 12:17:12

Informatiker, Systemadministratoren und Programmierer an die Macht.

In vielen Lebensbereichen sind Computer und Informationssysteme nicht mehr wegzudenken. Überall wo mit Geld gearbeitet wird, wie in Banken und Versicherungen, ist der elektronische Zahlungsverkehr schon Jahrzehnte lang gang und gäbe. Die Unterhaltungsindustrie digitalierte sich seit den 80er Jahren, zuerst mit Audio und dann auch im Videobereich. Sogar die öffentlichen Verwaltungen wie das Finanzamt setzen auf den elektronischen Datenverkehr und die LKW-Maut wird auch komplett elektronisch erhoben.

Ganz aktuell soll das Gesundheitswesen mit der elektronischen Gesundheitskarte reformiert werden und in unserer Demokratie gar per automatischen Wahlmaschinen Stimmen gezählt werden.

Diese komplette Digitalisierung der Umgebung öffnet nun für clevere Programmierer und Rechneradministratoren (bofh) die Tür weit auf, um aufgrund ihres technischen Wissens mehr gesellschaftlichen Einfluß zu nehmen, als sie das bisher tun. Was wäre, wenn eine handvoll versierter Geeks über die nächste Regierung bestimmen würden:

  • Die sonnenlichtintensiven Tagesstundes zwischen 06:00 Uhr und 15:00 werden per Kabinettsbeschluss abgeschafft.
  • In öffentlichen Gebäuden werden kostenlose Kaffee- und Colaspender aufgestellt.
  • Datenschutz wäre kein Problem mehr, da persönliche Daten in der Regel im kreativen Chaos auf dem Schreibtisch verloren gehen und damit optimal geschützt wären.
  • Die finale Rechtschreibreform: Sämtliche irrationalen Betonungs- und Dehnungsregeln der deutschen Rechtschreibung würden abgeschafft. Die menschliche Sprache könnte durch eine reguläre Grammatik aus der Chomsky-Hierarchie abgebildet werden. Ausnahmen und die putzigen Kommasetzungsregeln würden ersatzlos gestrichen.
  • für den Ausgleich zwischen Programmierern und Informatikern würden Organisatoren wie die Anonymen Administratoren sorgen.
  • Noobs könnten sich nach der dritten nervende, dämlichen Frage pro Tag in einem Abschiebungsverfahren nach Australien wiederfinden.
  • Im Radio gäbe es eine Quote von 80% Synthiepop a la Depeche Mode, unterbrochen nur durch Nostalgie-Sendungen in denen Amiga Modfiles oder SID-Tunes gespielt werden dürften.
  • Das Fernsehprogramm würde endlich wieder interessant. Rund um die Uhr könnte man SciFI- und Phantasieserien sowie einen (werbe-)freien Pornokanal empfangen.
  • Bereits in der Grundschule bekämen Kinder den Zugang zu Egoshootern und Internet, um sehr schnell und nachhaltig den Unterschied zwischen virtueller Gewaltverherrlichung und realer Gewaltausübung zu verstehen.
  • Computergebrabbel würde sexuell anziehend auf attraktive Frauen wirken.
  • Benutzerfreundlichkeit hätte endlich seine ursprüngliche Bedeutung wieder: Benutzer fragen nach einem Urlaub freundlich nach einem neuen Password, anstatt zu behaupten, der Rechner würde nicht mehr funktionieren.
  • Mit dem alternativen Turingpreis würden Kunst- und Medienschaffende geehrt, denen es gelingt, Nerden auf emotionale Weise anzusprechen.
  • C wäre international erste Fremdsprache.
  • perl die zweite.
  • Wer Software nicht von Anfang an komplett und ausführlich spezifiziert oder nicht komplett spezifizierte Software in Auftrag gibt, um nach der Programmierung über deren Zweck nachzudenken, wird mit einer Sisphusarbeit nicht unter 2 Jahren bestraft.


bearbeitet am 16.Jun.2007 16:58:4
bearbeitet am 16.Jun.2007 17:0:48
bearbeitet am 16.Jun.2007 17:1:46





Kommentare

von: Samy1
am 18.Jun.2007 14:13:11

herrlich

Wie wäre wohl die Ansprache des Präsidenten zur "Lage der Nation" ?

Kriege werde durch counter strike und ähnlichen Spielen gelöst.
Oder vielleicht sogar die Verlagerung des Lebens zu "Second life".

Jaja, es gibt sicher schon Geheimbünde der verschwörerischen Computer-nerds.

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