was wäre, wenn wir per Internet wählen würden?

von: Samy1
am 06.Feb.2007 19:20:8

Manipulation oder Demokratisierung?

Die Politikverdrossenheit steigt ständig an. Viele haben kein Vertrauen mehr in die Politiker, v.a weil sie immer öfter enttäuscht werden. Da ist es nur natürlich, dass es immer mehr Protestwähler gibt. Es ist aber auch bekannt, dass Nicht-Wählen eigentlich eine verlorene Stimme für progressive Kräfte ist. Viele enttäuschte Bürger wählen trotzdem, damit nicht das "größere Übel" an die Macht kommt.

Was würde das elektronische Wählen an diese Situation ändern? Nun, der Faktor Zeit wird immer wertvoller. Immer mehr erledigen sensible Bankgeschäfte oder Amtswege über das Internet. Warum also auch nicht Zeit sparen beim Wählen? Eine politische Plattform, die elektronische Wahlen ermöglicht, fördert und erleichtert die politische Diskussion im Land und kann zugleich als Inforamtionsquelle dienen. Die Interaktivität einer solchen Plattform würde den Wähler stärker in den Mittelpunkt führen. Ein weiterer wichtiger Aspekt wäre der Ausbau demokratischer Strukturen. Wenn die politische Bildung fortschreiten würde und der Aufwand von Wahlen verringert wäre, kann man das Wahlsystem und Volksabstimmungen ausbauen. Die Kosten wären auf jeden Fall niedriger.

Natürlich wäre im Falle elektronischer Wahlen und einer politischen Plattform der Zugang zur Manipulation höher. Die technischen Begebenheiten mögen noch nicht ausgereift sein. Aber man sollte jetzt schon ein Bewußtsein dafür schaffen und Strukturen ähnlich der Wahlkommission etc. für den Wandel des Wahlsystems aufbauen. Wir sehen die Schwachstellen der elektronischen Bearbeitung schon bei den heutigen Transaktionen (e-commerce, e-government..). Die meisten Sicherheitslücken sind aber leicht zu schließen bzw. begründet in der Desinformation der Benützer.

Der Wahlkampf würde wohl ins Internet übertragen werden. Freiwillige Wahlkampfhelfer werden ihre Arbeit wohl in Internet-Foren und dergleichen verlagern. Oder Hacker als Wahlkämpfer?

Anderseits könnte man auch behaupten, "never change a working system". Eine Wahl ist ja für den Bürger an sich nicht sehr zeitaufwendig. Für den Staat würde sich der Aufwand jedoch stark verringern. Die politische Bildung und der Einbezug der Gesellschaft würden erhöht werden. Um die Atmosphäre für so einen Wechsel aufzubauen, bräuchten man noch einige Jahre. Das heißt nicht, dass es nicht realisierbar ist, v.a in unserer Informationsgesellschaft.

Es ist aber der nächste Schritt der Demokratisierung...






Kommentare

von: Samy1
am 01.Mar.2007 15:58:28

Elektronische Wahlen weltweit

von: Anonym
am 04.Mar.2007 17:57:42

Wählen per Internet in Estland



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