wenn der Mensch Lebensformen kreieren würde?
von: Samy1
am 12.Dec.2007 20:9:8
Leben aus der Retorte, grenzenlose Rohstoffe, CO2-fressende Bakterien
Die Gentechnik gilt als die Zukunftswissenschaft und heizt immer wieder die Gemüter auf. Viele Wissenschafter meinen nur mit der Kombination von Genen die Zukunft der Menschheit sichern zu können. Andere wiederrum behaupten genau das Gegenteil: das der Mensch sich so von seiner natürlichen Basis zurückzieht und nicht nachvollziehbare Prozesse, die Millionen von Jahre gedauert haben, in einem Bruchteil dieser Zeit zu rekonstruieren.
Die Genforschung weist immer häufiger spektakuläre Experimente auf, welche jedoch selten reproduzierbar und somit nutzbar sind. Bereiche wie die Saatgutmanipulation sind in einigen Ländern schon Standard. Zu bedenken ist aber, dass dies nur der Anfang des enormen Potential der Genforschung ist. Den die Wissenschaft von den Bausteinen des Lebens an sich ist logischerweise von Grund auf zu Vielem fähig. Nur leider verstehen die Wissenschafter in den seltesten Fällen, warum Experimente gelingen bzw misslingen. Ist es bei einem solch heiklen Thema nicht rücksichtslos Ergebnisse ohne Hintergrundwissen anzuwenden?
Das (selbst gewählte) Aushängeschild der Gentechnik ist wohl Greg Venter. Durch ihm wird auch deutlich, welchen Charakter die Genforschung hat: Nicht weniger als das Leben an sich zu manipulieren. Natürlich ist mit größtem Ruhm und Macht in diesem Bereich der Wissenschaften zu rechen, weil praktisch weltbewegende Änderungen möglich sind.
Nachdem Venter es in einem Wettstreit mit dem öffentlichen Human Genom Projekt geschafft hat die menschliche DNA zu entschlüsseln will er nun Leben im Labor syntetisch produzieren. "Wir gehen vom Lesen unseres genetischen Codes zur Möglichkeit über, ihn zu schreiben". Wobei zu betonen ist, dass die Entschlüsselung der DNA nur die Entschlüsselung der Sequenz (Abfolge der Basenpaare) bedeutet, nicht aber die Semantik und das Zusammenspiel der Gene.
Schon jetzt ist es möglich Gene in tierisches Erbgut einzuschleusen, um bestimmte Eigenschaften zu erhalten (transgene Tiere), das Produzieren von Lebewesen an sich ist aber noch Zukunftsmusik. Ventner meint nun in den nächsten Wochen die Sensation verkünden zu können: er werde in seinem Labor demnächst das erste künstliche Lebewesen der Welt schaffen. Bereits realisiert habe sein Wissenschafts-Team das erste künstliche Chromosom mit 381 Genen und 580.000 Basenpaaren. Die DNA-Sequenz basiert auf dem Erbgut des Bakteriums Mycoplasma genitalium, das das Team um ein Fünftel auf die Basisbestandteile reduzierte. Getauft wurde die Neuheit auf den Namen Mycoplasma laboratorium.
Der nächste Schritt steht nun bevor: Die Kunst-DNA soll in eine Zelle transplantiert werden und sich dann reproduzieren. Da sich das künstliche Chromosom in die molekulare Maschinerie der Zelle einfügt, würde zwar keine völlig synthetische Lebensform entstehen, aber ihr Erbgut wäre vollständig neu und synthetisch.
Der Wissenschaftler sagte zudem, er hoffe, durch seine Forschungen Bakterien zu entwickeln, die CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen können. Auch die Herstellung von Bio-Sprit aus Zuckerrohr sei mit Methoden synthetischer Molekularbiologie denkbar.
Nun ist das wieder viel Lärm um nichts, oder können Normalsterbliche die Tragweite gentechnischer Entdeckungen nicht nachvollziehen? Wie auch immer, solche Entdeckungen wärmen die alt bekannte Frage der Ethik auf. Darf ein Mensch Gott spielen? Und wenn, darf dieser Gott Allgemeingut privatisieren und das Wissen um Leben mit niederen Wertvorstellungen wie Macht und Geld verbinden.
Die meisten Wissenschafter befürworten natürlich Kontrollinstanzen, aber kann diese bei privatisierten Wissen wirklich wirksam sein? Jeder der sich ein wenig mit Geschichte befasst hat weiß ausserdem, dass wir nicht wirklich daraus lernen und was kann schon reizvoller sein, als den Quell des Lebens zu kennen?
de.wikipedia.org/wiki/Craig_Venter
www.jcvi.org/
de.wikipedia.org/wiki/Humangenomprojekt
bearbeitet am 12.Dec.2007 20:19:13
Kommentare
von: HappyHerpes
am 27.May.2008 21:20:2
Also wenn ich Lebewesen kreieren könnte, wären bestimmt einige kreative Erfindungen drinn.
Der Hausbaum. Ein samen den man irgendwann einpflanzt. nach einiger zeit wächt daraus ein Zwei-Familienhaus. Wände etc aus Holz. Wenn man mal Nägel irgendwo einschlägt, wächst das ganze in nächster zeit nach. Frischwasserversorgung über die Wurzeln. Strom per photosysnthese aus den Blättern.
Also im grunde, müsste man dann samen für alles mögliche haben. Also man züchtet sich einen Sack Klappstuhl-Samen und säät ihn aus. nach 2 Jahren erntet man die Dinger dann wieder ein.



